• Alexander Knebel

Schöne Fenster verlangen guten Schutz. Bildquelle: VELUX

Troisdorf. In der dunklen Jahreszeit sind die eigenen vier Wände besonders gefährdet. Das gilt gerade in Zeiten, in denen am Stromverbrauch und damit auch an der Beleuchtung gespart wird. Seien es über Terrassen und Balkone zugängliche Räume oder auch andere für Langfinger erreichbare Zimmer: Sicherheitsglas im Fenster schützt, denn es macht potenziellen Einbrechern das Leben schwer. Worauf es dabei ankommt, erklärt die Gütegemeinschaft Flachglas (GGF). Nach der Corona-Pandemie sind die Menschen wieder mehr unterwegs. Das gilt leider auch für Einbrecher. Einbruchhemmende Fenster und Fassadenelemente werden daher von Haus- und Wohnungsbesitzern immer häufiger nachgefragt. Ganz wichtig: Die Verglasung. Denn bei Einbrüchen wird sie oft zerstört, um dann die Fenster mit einem Griff nach innen zu öffnen. Sicherheitsglas kann das wirksam verhindern. Verfügbar ist Sicherheitsglas in verschiedenen Varianten: Einscheibensicherheitsglas (ESG) kommt als „Alarmglas“ zum Einsatz. Wird das Glas zum Beispiel mit einem Hammer oder mit einem Schneidwerkzeug beschädigt, wird der Alarm automatisch ausgelöst. „Möglich ist auch, dass über den Auslöser der Alarmanlage direkt die Polizei verständigt wird, das ist technisch bei entsprechender Ausstattung kein Problem“, erläutert Jochen Grönegräs, Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Flachglas. Ein deutliches Mehr an Sicherheit schafft neben dem akustischen Alarm vor allem auch hochwertiges Verbundsicherheitsglas (VSG) im Fenster. Bei diesem Glas sind zwei oder mehr Scheiben mit einer sehr halt- und dehnbaren Folie verbunden. Dadurch erhöht sich die Widerstandskraft des Glases. Objektiv erfasst wird dieser Schutz mit eigenen Widerstandsklassen, die das Verhalten gegen Durchwurf und -bruch erfassen, von P1A bis P8B. „P1A erschwert beispielsweise das Hindurchwerfen von Objekten, während P8B auch mit schwerem Werkzeug kaum zu durchbrechen ist“, erläutert Grönegräs. In welches Sicherheitsglas man investiert, sollte sich nach der Art und Lage der einzelnen Zimmer in Haus und Wohnung richten. Auch die Beurteilung des Wohnortes, so durch Versicherungen, sollten Eigenheimbesitzer nicht vergessen. Kompetent Auskunft geben können die Fachleute in den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. Die Produzenten von Sicherheitsglas ebenso wie Fensterhersteller halten online oder persönlich ebenfalls vielfältige Informationen bereit. Und übrigens: Auch unabhängig von der Einbruchshemmung erhöht VSG die Sicherheit. Denn das Verbundsicherheitsglas bietet im Fall von Glasbruch ein deutlich vermindertes Verletzungsrisiko. Hinzu kommt ein erhöhter Schallschutz. „Das schafft Sicherheit und Komfort”, erklärt Glasexperte Grönegräs.


Die Branche in Kürze: Zum Bundesverband Flachglas (BF gehören die Hersteller und Veredler von Glasprodukten für Bauanwendungen. Die Branche mit ihren rund 26.000 Mitarbeitern vertrieb im vergangenen Jahr Flachglasprodukte mit einem Wert von ca. 2,9 Milliarden Euro. Diese Werte addieren sich aus den Produkten der Floatglas-Hersteller, der Glasbeschichter, der Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Einscheibensicherheits- und Verbundsicherheitsglas spezialisiert haben, sowie der Produzenten von Isolierglas. Heute gehören dem BF mehr als 90 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt über 180 Betriebsstätten und darüber hinaus rund 70 Fördermitglieder an.


Die dem BF angeschlossene Gütegemeinschaft Flachglas (GGF) vergibt zwei RAL-Gütezeichen für Mehrscheiben-Isolierglas (MIG) und heißgelagertes Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG-HF) an qualifizierte Mitgliedsunternehmen.



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